
Greetsiel liegt südlich von Juist und östlich der Osterems an der Leybucht. Ein ungemein malerischer Hafen und wohl schönster Fischerhafen an der gesamten Küste. Früher ein Tidehafen, liegt dieser heute binnen, erreichbar von See durch eine Schleuse und ein Binnentief. Schon von sehr weit draußen konnte man die Zwillingsmühlen sehen, das Wahrzeichen des Ortes. Sie stehen etwas außerhalb an einem Kanal. Es handelt sich um Galerieholländer, das sind Windmühlen, die so hoch sind, dass ihre von einer Galerie aus gedreht werden können.
Geprägt wird Greetsiel von seinem Hafen, der schon 600 Jahre alt sein soll und in früherer Zeit auch noch von Handelsschiffen angelaufen wurde. Jetzt gibt es in Greetsiel noch eine ansehnliche Kutterflotte mit 27 Granatkuttern, die zum Fischen bis hinauf nach Nordfriesland und Dänemark fahren.
Im Kern, entlang des Alten Siels, hat sich Greetsiel sehr schön seine Atmosphäre aus alter Zeit erhalten. Hier stehen noch viele der schönen Giebelhäuser, die doch sehr an holländische Vorbilder erinnern, und hier gibt es auch noch einige imposante Verwaltungsbauten, so das Hohe Haus, einst Sitz des preußischen Rentmeisters (Finanzamt), oder das Amtshaus, wo früher der Richter für Recht und Ordnung sorgte. Das Alte Siel, zu dessen beiden Seiten sich der Markt erstreckt, war bis zum Jahr 1950 noch in Betrieb.
Liegeplatz und Versorgung
Der Hafen fällt dank des Sperrwerks nicht mehr trocken (Wassertiefe 2 bis 3 m) und ist jetzt im Großen und Ganzen fertig. Für Yachten genug Platz an den Bootsstegen. Entweder liegt man beim Yachtclub Greetsiel (YCG) oder weiter hinten Richtung Kanalbrücke beim Leybucht-Sportboot e.V.. Wenn eine Box frei ist, wird das i.d.R. durch ein Schild angezeigt. Man liegt aber auch komfortabel an dem langen Steg längsseits. Für Gastlieger ist beim YCG die lange Außenseite des Steges vorgesehen.
Sehr gemütlich ist das Clubschiff des YCG, mit Kneipe und Restaurant. Hier kann man auch das Hafengeld bezahlen. Der Hafenmeister residiert zu bestimmten Zeiten auf der Brücke der alten Schute oder macht seinen Rundgang auf dem Steg. Die Stege sind beleuchtet und mit Strom- und Wasseranschlüssen versehen. Treibstoff kann man bestellen, aber nur größere Mengen (EssoHändler gleich hinter der Deichmauer). Sonst muss man es im Kanister von der Tankstelle holen – Transportkarren stehen oben am Stegzugang. Dort findet sich auch die Müllentsorgung. Duschen und Toiletten befinden sich auf dem Clubschiff.
Man liegt auch bei Sturm sehr ruhig und sicher, geringer Schwell baut sich nur bei Nordostwind auf.
Im Fischereihafen gibt es eine Rampe zum Slippen. Hier gehen auch Kutter raus – die Größe ist also kein Hindernis. Eine Slip-Rampe für Sportboote gibt es fast genau gegenüber.
Im Ort gibt es Städtchen jede Menge Restaurants, darunter das weithin gerühmte, im altfriesischen Stil eingerichtete » Witthus«, wo auch ab und zu Kunstausstellungen stattfinden.
Die Leybucht bleibt trotz der Küstenschutzmaßnahmen ziemlich unangetastet, jedenfalls steht fest, dass sie entgegen ursprünglichen Überlegungen nicht noch mehr eingedeicht werden wird. Diese einzige offene Salzwassermeeresbucht bleibt also erhalten.
Über einen Kanal kann man bis nach Norden kommen. Der Kanal verläuft zwischen dem alten und dem neuen Deich bis zur Schleuse von Westeel. Die Bedienung meldet man am besten schon an der Schleuse Leysiel an. Auf dem Norder Tief kommt man dann nach Norden. Wassertiefe 2,5 bis 3 m. Es wird eine idyllische Fahrt werden durchs flache, grüne Land. Im Hafen von Norden gibt es Toiletten und Duschen, dazu Strom und Wasser.
Ansteuerung
erfolgt aus der Osterems (Emden, Delfzijl, Borkum) durch die Ley oder die Bantsbalje, aus dem Norddeicher Wattfahrwasser (Norderney, Norddeich) durch die Bantsbalje und die Greetsieler Balje. Die Bantsbalje und die Ley sind nicht befeuert, so dass eine Anteuerung im Dunkeln für Ortsunkundige nicht möglich ist, bei Tage gibt es aber keine Probleme.
Wer aus der Bantsbalje kommt, muss durch die Greetsieler Balje und über den Hamburger Sand, der streckenweise trockenfällt. Sobald man die Schleuse achteraus hat, fährt man durch das Tief des Speicherbeckens etwa 4 sm in rund 40 Minuten zum Hafen Greetsiel (Höchstgeschwindigkeit 5 kn). Nach einem 90-GradBogen nach Steuerbord liegt der Hafen voraus. An Backbord gegenüber der Pier der Fischkutter liegt der Bootshafen.
Jahresbetriebszeiten für die Schleuse Leysiel
15.03. - 31.10.
Montag - Freitag 4 Stunden vor bis 3 Stunden nach Hochwasser
Freitags bis 22.00 Uhr
Samstag bis 22.00 Uhr
Samstags/Sonntags/Feiertags nicht vor 5.00 Uhr
01.11. - 14.12.
Montag - Freitag 4 Stunden vor bis 3 Stunden nach Hochwasser nach tel. Vereinbarung Sonntagabends
Sonntagabends 4 Stunden vor bis 3 Stunden nach Hochwasser nach tel. Vereinbarung
15.12. - 14.03.
Montag - Freitag 7.30 - 16.00 nach tel. Vereinbarung
Die Schleusenzeiten richten sich nach der Tide Norderney.
Auskunft während der Betriebszeiten unter Tel.: 04926/ 20 00.
Darüber hinaus ist die Schleuse über UKW-Funk, Kanal 17 zu erreichen.
Die Schleusung ist kostenfrei.
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