Der Anblick gehört für viele Passanten am Ems-Jade-Kanal in Wilhelmshaven längst zum Alltag: Der ehemalige Marineveteran „Steinbock“ verwittert sichtlich am Stadtrand.
Doch hinter der verwitterten Fassade des alten Minensuchbootes verbirgt sich eine zunehmend drängende Frage für die Stadt und ihre Bürger: Wie lange geht das noch gut und drohen am Ende finanzielle Risiken für die Steuerzahler?
Das Schiff hat in der Vergangenheit bereits mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Leck im Juni 2018 musste die „Steinbock“ aufwendig leergepumpt und wieder flottgemacht werden. Ein ähnlicher Vorfall im September 2024 forderte erneut den Einsatz der Feuerwehr, um ein Sinken des Wracks zu verhindern. Erinnerungen an die Schiffe „Gemma“ und „Wega“, deren Abwrackung letztlich von städtischen Gesellschaften getragen werden musste, schüren seither die Sorge vor einer erneuten finanziellen Belastung für die Stadt.
Die Wilhelmshavener Hafenbehörde gibt jedoch vorerst in wichtigen Punkten Entwarnung: Im Gegensatz zu den früheren Problemfällen sind die Eigentumsverhältnisse beim „Steinbock“ lückenlos geklärt und es besteht eine gültige Haftpflichtversicherung. Dennoch bleibt die Lage dynamisch. Der Zustand des maritimen Schandflecks wird von den Behörden regelmäßig streng kontrolliert, da der offizielle Schwimmfähigkeitsnachweis für das Schiff im Juni 2027 abläuft. Eine Verlängerung dieses Nachweises wird vonseiten der Stadtverwaltung aufgrund des schlechten baulichen Zustands derzeit als unrealistisch eingestuft.
Obwohl Versicherungsschutz besteht, verbleiben für die Stadt Wilhelmshaven latente finanzielle Risiken, sollte sich die Situation vor Ort verschärfen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob für den geschichtsträchtigen Minensucher noch Hoffnung auf eine geordnete Lösung besteht oder ob das Kapitel „Steinbock“ bald ein endgültiges, juristisches Nachspiel fordert.