Im Wattenmeer wurden von Forschenden zahlreiche junge Haie gesichtet. Diese Entdeckung basiert auf der Auswertung historischer Fangbücher sowie auf eigenen Untersuchungen. 

Besonders häufig erfassten die Experten den Weißgefleckten Glatthai und den Hundshai. Letzterer ist eigentlich sehr selten und gilt in seinem Bestand als gefährdet. „Dass er nun im Wattenmeer zu finden ist, freut uns sehr“, erklärt der beteiligte Wissenschaftler Niels Brevé. Das Team deutet die Funde als Signal für eine beginnende Erholung der Hai-Bestände.

Früher waren Haie in dieser Region fest etabliert, bevor intensive Fischerei zu einem dramatischen Rückgang führte. Politische Vorgaben zum Schutz von Haien und Rochen haben die Situation jedoch stabilisiert. Zudem könnte auch der Klimawandel zu dieser Entwicklung beitragen.

Da fast ausschließlich Jungtiere entdeckt wurden, gehen die Forschenden davon aus, dass das Wattenmeer den Haien als Aufzuchtgebiet dient. Die Raubfische nutzen die Region demnach vor allem in den Sommermonaten.

Inzwischen schätzen Experten die Zahl der kleinen Haie im Wattenmeer auf einige Tausend. Eine Gefahr für gesunde Meeresbewohner stellen sie jedoch nicht dar. Stattdessen erfüllen sie eine wichtige Funktion, indem sie die lokalen Fischbestände regulieren.

Grundsätzlich beheimaten das Wattenmeer und die Nordsee verschiedene Haiarten, darunter den Dornhai, den Glatthai und den Kleingefleckten Katzenhai. Letzterer kommt in der südlichen Nordsee aktuell am häufigsten vor. Für den Menschen sind all diese Arten absolut ungefährlich.


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